Sonntag, 9. August 2009

Betr: Wahnvorstellungen / LRS / Megalomanie

Sehr "geehrter" Herr Schmitt,

Ich betrachte den entstandenen Zwist um besagte und betagte Kommode als beiglegt und zu meinen Gunsten entschieden. Etwaige Beschwerden und Proteste bezüglich dieser Entscheidung, die ich mich nicht scheue, ein Gottesurteil zu nennen, richten Sie bitte vertrauensvoll an ihre Raufasertapete oder den geöffneten und in Betrieb gesetzten Gasofen.

Dass ich mich erst jetzt zu Wort melde, bitte ich zu verzeihen. Meine umfangreiche Einbindung in viele zum Teil internationale Film- und Abspannprojekte (geplant) haben mich davon abgehalten, früher zur Tat zu schreiten. Ich möchte im folgenden kurz darlegen, welche Maßnahmen ich ergriffen habe.

Zunächst habe ich einen Ausdruck ihres letztem Beitrages zu korrigieren versucht. Dies scheiterte, da mein gesamter -nicht unbeträchtlicher- Vorrat an Rotstiften und Korrekturflüssigkeiten nicht ausreichte, um dieses ihr Produkt einer sehr eigenwilligen Auffassung von Orthografie und Interpunktion in ein halbwegs erträgliches Schema zu überführen.

Desweiteren habe ich mir erlaubt, Kopien der von Ihnen gefertigten Schriften an führende Primatenforscher Europas und -sie werden mir diesen kleinen Scherz nicht verübeln- an die beforschten Primaten selbst auszuhändigen. Die einzigen, die mit Ihrem Gefasel etwas anzufangen wussten, waren die Schimpansen des Duisburger Zoos, die mich ermächtigt haben, Ihnen großzügigst einen Platz unterster Stellung in Ihrer Horde anzubieten, zunächst auf Probe. Wie meine behaarten Freunde mir mitteilten, fanden Sie ihr Geschreibsel "etwas wirr, aber eigentlich ganz lustig".

Mit einigem Erstaunen habe ich von der Verleihung der Doktorwürde gelesen. Bis dato war mir unbekannt, dass die einschlägigen Doktorfabriken" im außereuropäischen Ausland ihre Pseudotitel bei ebay auch an Selbstabholer verkaufen. Andererseits kann ich gut nachvollziehen, dass sie finanziell kaum in der Lage sein dürften, die Kosten für ein Päckchen der deutschen Post zu tragen. Jaja, dies sind die Schattenseiten der leistungsgerechten Bezahlung.

Bitte haben Sie Verständnis, dass ich mich Ihren Ausführungen nicht en detail widmen kann. Mein Leibarzt hat mir dringend geraten, die Beschäftigung mit geistig minderwertiger Kost auf ein Mindestmaß zu beschränken, und ich möchte nicht auf "Die Supernanny" und "Frauentausch" verzichten. Außerdem: bevor ich mir noch einmal ihre geistigen Tiefflüge reinziehe, gucke ich lieber die Heimatmelodie.

Wenn es allerdings ein neues Thema gibt, über dass sie streiten möchten, dürfen sie sich gern auf ein Neues eine blutige Nase holen. Ich möchte sie jedoch ganz neudeutsch bitten, ihr "Posting" adäquat zu "taggen". Machen Sie es den Lesern nicht schwerer, als sie es durch die Lektüre ihrer Beiträge als solche sowieso schon haben.

Mit Verbeugung, Hofknicks und Firlefanz,

Renko Renks Renken

Mittwoch, 6. Mai 2009

Sehr geehrte Herr Volker!

so eben hab ich ihrem "Brief" entgegengenommen, und kurz überflogen. Sehr interessant, wirklich. Es tut mir leid, mich erst so spät bei Ihnen zu melden, aber ich habe mich gerade einer kurzen Doktorarbeit im Bereich der Mukophagie gewidmet. Für den Fall, dass Sie diesen Begriff als Ägyptische Pyramidenforschung entziffern sollten, will ich Sie schnell aufklären: es handelt sich um die Forschung der Gewohnheit, sein Nasensekret zu verspeisen, also, wie man in Ihrem Umfeld es ausdrücken würde, "Popel essen".

Ich hatte mich mit dem Thema beschäftigt, nachdem verschiedene Exemplare, die Sie, bestimmt mit guten Absichten, bei Ihrem letzten Besuch unter meinem Gästesessel hinterlassen haben,und sie mir ins wissenschaftliche Betrachtungsfeld fielen.

Warum, so meine Frage, gibt es Menschen, die trotz guter Bildung (ich nahm mir die Freiheit, einfach Sie in den Forschungsobjekt Mittelpunkt zu rücken) zu wiederholter Mukophagie und Rhinotillexomanie (zwanghaftes Nasebohren) neigen, eins der wohlgehütesten Tabus unser modernen Gesellschaft (zu recht).

Nun, Herr Renkel, um Sie nicht mit allerei wissenschaftlichlichem Hokuspokus zu langweilen, möchte ich Sie nun einfach bitten, meine Entschuldigung für das lange Verbleiben anzunehmen.

Ich würde Sie im übrigen gern zu der Verleihunsfeier meiner Doktorwürden einladen, und eventuell dem ein oder anderen Kollegen präsentieren, also, vorstellen.

Herzlichst, Ihr treuer Freund,

Dr. J.E. Schmitt

Ps: Bitte machen Sie sich keine Sorgen. Ich konnte anhand bahnbrechender Ergebnisse zeigen, dass Mukuphagie keine ernstzunehmenden Geistesstörungen zur Ursache oder gar Folge hat., sondern lediglich (abweichende) Persönlichkeitsschwächen, und infanitle Idiotie.

Donnerstag, 5. März 2009

Rückkehr

Herr Schmitt

Ich entschuldige mich zutiefst für meine späte Antwort, wobei ich allerdings annehme, dass Sie die letzten Wochen sowieso in der sanften Umarmung himmelschreiender Blödheit verdämmert haben.

Ich befand mich auf einer botanischen Forschungsreise mit dem Schiff meiner Familie, der MS Zitzewitz. Nach drei langen Wochen bin ich nun jedoch aus dem Himalaya zurück. Beizeiten zeige ich Ihnen gern einige beeindruckende Lichtbilder mit mir im Vordergrund. Einige überzählige Exemplare der von mir angelegten, mehrere tausend neue Pflanzenarten umfassenden Sammlung habe ich Ihnen bereits zukommen lassen. Ich hoffe, die vielzähligen, scharfkantigen und mit Giftkapseln gespickten Fangarme dieser unansehnlichen Kakteen halten sie nicht vom Gießen ab. Gehen Sie ruhig ganz nah heran!

Selbst Ihnen sollte es möglich sein zu verstehen, dass die Benennung der restlichen Arten nach mir und anderen verdienten Naturforschern ebenfalls einige Zeit in Anspruch genommen hat. Dabei habe ich unter anderem eine neue parasitäre Wurmpflanze entdeckt, die sich bis zur Zerstörung an fremdem Nährstoff vergeht, ein ebenso schamloses wie dummes Verhalten.

Doch genug zu Ihresgleichen.

Da ich mittlerweile wieder im Lande bin, kann ich mich wieder den angenehmen Dingen des Lebens zuwenden: Taubenjagd, Omnibusrennen, Wasserbettski. Und auch stehen die geistigen und körperlichen Genüsse zur Zeit etwas im Vordergrund, stehen doch einige Festivitäten ins Haus. So werde ich unter anderem meine erfolgreiche Abschlussprüfung (geplant) und die Verleihung der Ehrendoktorwürde der Technischen Fachhochschule Antananarivo begehen.

Ach, und bevor ich es vergesse, ich werde selbstverständlich die neue Kommode einweihen, die ich von meiner Reise mitgebracht habe.



Mehrere Tagesmärsche von der Zivilisation entfernt habe ich den Tischlermeister gefunden, der meinen Ansprüchen gerecht wurde. Sie können sich sicher sein: Bei der liebevollen Handfertigung DIESES Stückes wurde kein Inbusschlüssel verwendet. Wie Sie unschwer erkennen können, handelt es sich um massives Stück aus Sheshame bzw. Bahia-Rosenholz, eine dem Palisander verwandte Edelholzart. Ich bitte Sie daher, Ihre Patschehändchen zu waschen, bevor Sie die seidig polierte Oberfläche ehrfurchtsvoll streicheln.

Da ich hoch erfreut über diese neue Errungenschaft bin, möchte ich einmal großzügig sein: Behalten Sie die alte Mistmöhre von Kommode, die Sie sich unter den Nagel rissen. Möge Sie Ihnen noch lange Jahre mit Ihrer schlechten Verarbeitung und dem abstoßenden Äußeren das Leben "versüßen".




PS: Meine russischen Geschäftspartner, die ich vor meiner Abreise auf Sie ansetzte, werden wahrscheinlich von Ihnen ablassen. Ich muss allerdings gestehen, dass ich ihnen nur auf den "AB" gesprochen habe.

Donnerstag, 15. Januar 2009

Es erfüllt mich mit Freude,

wenn es auch diese Art von Freude ist, die sich eher nach sanftem Mitleid anfühlt, zu sehen, dass den Insassen moderner Kliniken für unheilbar Retardierte der Zugang zum Internet nicht verwehrt bleibt.

Ihre doch so gut gemeinten Einträge in diesem Forum würde die Welt vermutlich schmerzlichst vermissen, zumindest hätte der Ein oder Andere weniger Grund zu herbalassenden Lachorgien.

Als Angebot gilt jedoch, und nehmen Sie mich beim Wort, mich, einen Edelmann ohne Makel (das kann ja nicht unbedingt jeder Schuhsohlenküsser von sich behaupten): falls Ihnen in Ihrer "Anstalt" mal der DSL Hahn zugedreht wird: ich setzte mich ein, Ihre gesammelten Briefe in einer Art "Werke eines krankhaften Nichtsraffinhaftierten" zu vermarkten. Irgendeine zwanghaft nach Opfern suchende moderne Talkshow wird sich da schon findig machen, Sie und Ihre augenzwinkernhervorrufende Darstellung des Kommodenfalls zu verwursten.

Mit diesen Worten (ich hoffe die Sätze waren nicht zu lang) gehe ich hinaus und schaue mich nach weiteren freien Möbelstücken um, evtl. werde ich auch nochmal eine Runde im Schnick Schnack Schnuck Casino mitzocken.

Ihr "Freund"

v.S

Sonntag, 4. Januar 2009

Dass ich nicht lache...

...kann ich kaum sagen, geschätzter 'Herr'.

Jedoch habe ich erfahren, dass mein etwas längeres Schweigen sie dazu veranlasst hat, sich als Sieger unseres Disputs zu betrachten. Man hört, sie prahlten bei Alkoholgelagen, sie hätten mir "gezeigt, wo der Hammer hängt", wie man in ihren Kreisen wohl sagt. Es kann nicht verwundern, dass mich derlei Nachrichten erst jetzt erreichen. Schließlich verkehre ich nicht dort, wo Sie es zu tun pflegen. Und braucht ein übler Gestank nicht um so länger, bis er die Nase erreicht, je tiefer der Kot liegt, von dem er aufsteigt?

Wie dem auch sei: Ihre Stammtischbekanntschaften mögen sich von den lächerlichen "Beweisen" beeindrucken lassen, die Sie vorgelegt haben. Vielleicht verkehren Sie ja auch hauptsächlich mit Dreijährigen, was weiß ich. Jedenfalls ist ausschließlich ein Beweis erbracht, nämlich der, dass sie nicht so unverforen und schamlos sind, wie ich dachte. Sondern um einiges schlimmer.

Ich muss gestehen, ich habe mich einige Zeit mit der Frage beschäftigt, wie ich an mein rechtmäßiges Eigentum gelangen soll. Ein Duell scheint mir unmöglich. Selbstverständlich sind Sie nicht annähernd satisfaktionsfähig. Vor allem bezweifle ich jedoch ihre Fähigkeit, eine Waffe in die annähernd richtige Richtung zu halten, Vierauge!

Wahrscheinlich muss ich doch auf die Dienste mir bekannter Inkassobüros zurückgreifen, die weniger Standesdünkel haben, wenn es darum geht, einen säumigen Schuldner zum Handeln zu bewegen. Seien sie sicher, die Kommode wäre in diesem Falle nicht das einzige, was ausgiebig poliert würde!

Aber ich möchte Ihren 'Bekannten' und den treuen Lesern der Boulevardpresse Ihren jämmerlichen Anblick nach einem Beratungsgespräch ersparen. Daher gebe ich Ihnen noch eine Gelegenheit: Rücken Sie die verdammte Kommode raus, Sie!


Ich glaube, manchmal bin ich einfach zu verständnisvoll.

Sonntag, 7. Dezember 2008

Antwort an den "Raffke"

Sehr geehrter "Herr" Renken,

mit Freude empfing ich ihren Brief vom 6.12. Es dauert nicht lange, die Schrift von Rechtschreibe- und Grammatikfehler zu befreien, und schon konnte ich mich ihrem "Anliegen" widmen.
Doch leider wurde mir nach der Lektüre ihres "Begehrens" klar, dass Sie wohl leider, vermutlich ein Fehler ihres Boten (ach, ich vergass, Sie kommen ja aus einer gewissermassen "einfacheren", unaristokratischen Familie, in der die Hand am Gewehr der Hand an der Feder vorgezogen wurde...nun, wie auch immer), einen Teil vergessen haben mitzusenden.
Denn wohl führen Sie, in durchaus charmantem ausführlich-holperischem Stil aus, dass beschriebenes Möbelstück Ihr Eigentum sei. Doch ein Grund geben Sie nicht an. Das ist nun nicht weiter verwunderlich, wissen wir doch beide dass Sie sowohl das direkte Duell, sowie auch den Gottesentscheid sehr klar verlieren mussten.

Ein gründlicher Blick übrigens bestätigte mein Eigentum als altes Erbstück derer von Schmitt (siehe beigefügte Photografien).

Da bleibt mir nur Ihnen wohlwollend ein kleines Gedicht des von mir sehr bewunderten Baron von Klatsch zu zitieren:

An den Raffke

Du, der du unbequemt
nicht rafftest
der du hirngelähmt
erschlafftest

Du bist am Ende nur so gross
dass du noch weinest
in der Muttern Schoß.

(B.v.K., 1723)

MfG

Erik SChmitt (M.A.)

Anlage: Abb.1, besagtes Möbelstück
Abb.2, Insignien auf der oberen rechten Ecke
Abb3, das Stück auf einer alten Photographie aus dem Familienbesitz, ca 1903



Samstag, 6. Dezember 2008

betrifft: Kommode/mein Eigentum

Sehr geehrter Herr Schmitt,

Soeben erhebe ich mich aus unruhigem Schlaf, irgendetwas scheint mir schwer im Magen zu liegen. Ich hätte wohl den Merksatz meines Großonkels, des Großherzogs von Holstein-Grippe befolgen sollen, demzufolge es sich nicht empfiehlt, nach 22.00 Uhr Austern zu verzehren. Doch, ach, auch ich bin nur ein mangelhafter Mensch. Womit ich mich Ihnen zuwende.

Ich möchte das Wort an Sie richten, weil mir meine Situatiuon der Ihren nicht unähnlich erscheint. Denn wenn, wie der Volksmund sagt, nur ein ruhiges Gewissen ein sanft Ruhekissen ist, müssen die letzten Nächte für Sie furchtbar gewesen sein.

Fast kann ich das nagende Bohren Ihrer Selbstvorwürfe bis hierher hören, und das, obwohl ich -in aller Bescheidenheit- weit, weit entfernt von Ihrer Behausung in einem etwas feineren Viertel unserer von mir geliebten und von Ihnen bestaunten Stadt mein bescheidenes Zuhause habe.

Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie sehr es sie schmerzt, dass das exquisite Möbelstück, welches durch kaum beschreibbare Verwicklungen den Weg in den Flur Ihrer 'Wohnung' fand, dort nicht verweilen wird. Welch unendliches Leid muss sie überkommen haben, als Ihnen klar wurde, dass das einzige benutzbare Stück Mobiliar in Ihren vier 'Wänden' nicht Ihnen, sondern zweifelsfrei und eindeutig mir gehört?

Damit wir uns recht verstehen: Ich möchte Ihnen keinen Vorwurf machen. Ist denn der Hund schuld, wenn der Herr ihm eine Wurst hinhält und er hineinbeißt, wie es ihm seine Triebe befehlen? Ich hätte wissen müssen, dass nicht jeder seine niederen Instinkte im Griff hat.

Natürlich weiß ich, dass der Schmerz die Wahrnehmung trübt. Wer sollte das besser wissen als ich, stamme ich doch aus einer Familie hochdekorierter Kriegshelden. Oft spazierte ich mit meinem Großvater durch die weitschweifigen Parkanlagen unseres Familiensitzes. Und wer bin ich, ihn zu verurteilen, wenn er dabei die ein oder andere Kriegsanekdote mit mehr Feinden ausschmückte, als wirklich durch seine tapfere Hand fielen? Sie entgegen entstammen meines Wissens ja einer Familie von tapferkeitsfernen Pädagogen, die -Hand aufs Herz!- doch in ihrer eigenen, etwas ärmlichen Gedankenwelt leben.

Sie sehen, ich kann mehr als gut verstehen, dass Sie in Ihrer geistigen Verwirrung wieder einmal Mein und Dein nicht so recht auseinanderhalten konnten. Doch kann ich Sie von Ihrem Leid erlösen. Lassen Sie mich Ihnen die Hand zur Hilfe hinabreichen.
Mein mehr als großzügiges Angebot: Liefern Sie die irrtümlich in Ihrem Besitz befindliche Kommode unverzüglich an mich aus. Ich erwarte die Lieferung frei Haus und zu zivilisierter Zeit.

Mit freundlichen Grüßen,
Renken