Mittwoch, 6. Mai 2009

Sehr geehrte Herr Volker!

so eben hab ich ihrem "Brief" entgegengenommen, und kurz überflogen. Sehr interessant, wirklich. Es tut mir leid, mich erst so spät bei Ihnen zu melden, aber ich habe mich gerade einer kurzen Doktorarbeit im Bereich der Mukophagie gewidmet. Für den Fall, dass Sie diesen Begriff als Ägyptische Pyramidenforschung entziffern sollten, will ich Sie schnell aufklären: es handelt sich um die Forschung der Gewohnheit, sein Nasensekret zu verspeisen, also, wie man in Ihrem Umfeld es ausdrücken würde, "Popel essen".

Ich hatte mich mit dem Thema beschäftigt, nachdem verschiedene Exemplare, die Sie, bestimmt mit guten Absichten, bei Ihrem letzten Besuch unter meinem Gästesessel hinterlassen haben,und sie mir ins wissenschaftliche Betrachtungsfeld fielen.

Warum, so meine Frage, gibt es Menschen, die trotz guter Bildung (ich nahm mir die Freiheit, einfach Sie in den Forschungsobjekt Mittelpunkt zu rücken) zu wiederholter Mukophagie und Rhinotillexomanie (zwanghaftes Nasebohren) neigen, eins der wohlgehütesten Tabus unser modernen Gesellschaft (zu recht).

Nun, Herr Renkel, um Sie nicht mit allerei wissenschaftlichlichem Hokuspokus zu langweilen, möchte ich Sie nun einfach bitten, meine Entschuldigung für das lange Verbleiben anzunehmen.

Ich würde Sie im übrigen gern zu der Verleihunsfeier meiner Doktorwürden einladen, und eventuell dem ein oder anderen Kollegen präsentieren, also, vorstellen.

Herzlichst, Ihr treuer Freund,

Dr. J.E. Schmitt

Ps: Bitte machen Sie sich keine Sorgen. Ich konnte anhand bahnbrechender Ergebnisse zeigen, dass Mukuphagie keine ernstzunehmenden Geistesstörungen zur Ursache oder gar Folge hat., sondern lediglich (abweichende) Persönlichkeitsschwächen, und infanitle Idiotie.